Warum du genau jetzt meditieren solltest

März 2020. Veranstaltungen aller Art  – Tagungen, Festivals, Konzerte, Fußballspiele – werden abgesagt. Die Regale im Supermarkt stehen teils leer. Unis, Bibliotheken und Schulen werden geschlossen, die Anfangstermine des nächsten Semesters werden verschoben. Klar, so manch eine*r wird Grund zur Freude haben, vielleicht weil eine stressige Präsentation nun abgesagt wird oder weil es jetzt fünf Wochen mehr Zeit für die Hausarbeit gibt.

Aber grundsätzlich sind wir, denke ich, alle ein bisschen besorgt, verunsichert, und gestresst.

Du stehst jetzt täglich vor einer Wahl

Da ist die Versuchung groß, sich in Netflix, Youtube und Instagram zu verbuddeln und in eine fremde Welt einzutauchen… die Realität, die plötzlich so unsicher erscheint, zu verlassen.

Aber genau das solltest du jetzt nicht tun. Zumindest nicht sofort. Denn eine solche Flucht in eine Serie oder in die sozialen Medien setzt in der Regel höchstens einen Deckel auf deine aktuelle Stimmung. Kurzfristig fühlst du dich besser, aber im Topf brodelt es weiter, und sobald du wieder “auftauchst” und dir anschaust, was um dich herum passiert, wird es dir vermutlich noch stressiger vorkommen. Echte Entspannung bekommst du so nicht.

Die sinnvollere Alternative

Darum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu meditieren. Wenn du nie meditierst, dann probierst du es halt aus! Und versteh mich nicht falsch: Ich will nicht sagen, dass du jetzt immer meditieren musst, anstatt dich mit Medien abzulenken. Das wäre ja extrem! Aber du solltest zuerst ein bisschen meditieren, um dich zu erden und wirklich runterzukommen. Denn wenn du meditierst, schaust du dir an, was gerade für dich real ist. Und im Hier und Jetzt geht es dir ganz gut – du atmest, dein Herz schlägt, du lebst. Vermutlich gibt es ein paar schöne Dinge in deiner Umgebung wie eine Blume, den blauen Himmel oder Regentropfen auf dem Fenster, vielleicht ein Haustier… Und die Sorgen, die gerade auftauchen, sind erstmal nur Sorgen, die du einfach beobachten und weiterziehen lassen kannst.

Wenige Minuten können viel bewirken

Und das muss auch gar nicht lang sein – wie wäre es mit 3 Minuten? Auch so eine kurze Meditation kann dich entspannen! Und Meditation heißt gar nicht, dass du da sitzt und probierst, nicht zu denken – das geht sowieso nicht. Unser Gehirn denkt automatisch und laufend. Meditation heißt, dass du dir deiner Gedanken bewusster wirst und davon etwas Abstand nimmst. So “ertrinkst” du nicht in deinen Gedanken, körperlichen Wahrnehmungen und Emotionen, sondern kannst sie ganz ruhig anschauen… und danach vermutlich viel sinnvollere Entscheidungen bezüglich deiner Probleme und deines Tagesplans treffen. Eine Studie ergab z. B., dass 20 Minuten Meditation schon nach vier Tagen zahlreiche Effekte hatten (Zeidan et al., 2010).

Was glaubst du, welche Effekte das viertägige Meditieren hatte?

Quizfragen machen Spaß und sind lernförderlich! Darum entscheide zuerst, welche Antwort(en) deiner Meinung nach richtig sind, und klick drauf für eine Auflösung…

Richtig! Die Studienteilnehmer*innen fühlten sich weniger erschöpft durch das Meditieren.

Richtig! Die Teilnehmenden meldeten weniger Sorgen und Ängste.

Nein, körperliche Effekte wurden in dieser Studie nicht untersucht… aber früher oder später wären vermutlich positive Effekte aufgetreten, das legen zumindest andere Studien nahe.

Richtig! Meditation verbesserte die Stimmung der Teilnehmenden. Allerdings wurde die Stimmung der Kontrollgruppe, die ein Hörbuch hörte, auch verbessert.

Richtig! “Our brief MM [meditation] training protocol promoted significant effects on several cognitive tasks that require sustained attention and executive processing efficiency“, sprich, die Teilnehmenden konnten ihre Aufmerksamkeit besser steuern und Informationen besser verarbeiten.

Meditieren kannst du im Liegen, im Laufen, beim Yoga – es gibt zahlreiche Wege, um zu meditieren! Probiere einfach eine Meditation aus.

Eine Meditationsapp wird dich darin unterstützen

Es gibt dafür auch zahlreiche Apps:

  • Auf Steam kannst du für etwa 9 Euro Playne kaufen, wo dir ein süßer Fuchs zeigt, wie du meditieren kannst.
  • Headspace ist eine der bekanntesten Meditationsapps, die sehr viele Angebote auf deutsch und englisch hat – mit lustigen Animationen und einem breiten Angebot an “Soundscapes” mit Meeres- oder Regengeräuschen sowie “Schlafradio”. Dafür kostet Headspace etwa 60 Euro im Jahr, du kannst es aber 14 Tage lang testen. Aktuell bietet Headspace auch viele Meditationen kostenlos an, um die gestresste Bevölkerung in der Corona-Krise zu unterstützen.
  • Die Meditationslehrerin Kirsten Tofahrn hat sehr schöne Meditationen auf deutsch aufgenommen, die du auf ihrer Website kostenlos als mp3 herunterladen kannst. Von einem Bodyscan über Selbstmitgefühlsmeditationen bis hin zu einer Gehmeditation ist vieles dabei.

Fazit: Genau hier, genau jetzt kannst und solltest du kurz meditieren.

Das wird dich beruhigen und dir die Kraft geben, Herausforderungen und Stress gelassen zu bewältigen. Schon eine kurze Meditation kann viel bewirken!

Hast du schonmal meditiert? Wie findest du es? Möchtest du es jetzt nochmal probieren? Schreibe mir gerne auf Instagram! Ich freu mich immer darüber, von dir zu hören. 🙂

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Zur Autorin

Hi, ich bin Nina. Ich bin in den USA und Kanada aufgewachsen und habe erst mit 11 Jahren deutsch gelernt; dass ich das geschafft habe, zeigte mir, dass man alles lernen kann – wenn man weiß, wie man lernt. Deshalb habe ich Bildungswissenschaft studiert und berate heute Studierende darüber, wie sie erfolgreich & glücklich durch das Studium kommen.

Quellen

Zeidan, F., Johnson, S. K., Diamond, B. J., David, Z., & Goolkasian, P. (2010). Mindfulness meditation improves cognition: Evidence of brief mental training. Consciousness and Cognition, 19(2), 597–605. doi:10.1016/j.concog.2010.03.014 

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