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Diese 5 Dinge musst du tun, um in der Krise nicht auszubrennen

Kommt es dir auch so vor, als würde der März 2020 schon zwei Jahre dauern?

Inzwischen sind wir seit einigen Wochen mitten in der Corona-Krise. Es ist leider noch kein wirkliches Ende in Sicht. Dabei ebbt das Adrenalin langsam ab, das uns die Energie zur Bewältigung der neuen Lebensumstände geliefert hatte. Jetzt müssen wir gut für uns sorgen, um die nächsten Wochen und Monate der Krise – und ihre Nachwirkungen – zu überstehen, ohne auszubrennen.

1. Informiere dich weniger, dafür richtig

Wenn wir zu viele Nachrichten gucken und lesen, kann der Stresslevel massiv ansteigen. Denn in den Medien werden wir mit Problemen und Sorgen konfrontiert, an denen wir i. d. R. nichts ändern können – nur wenige Botschaften sind positiv oder voller Hoffnung. Wenn wir also zu viele Nachrichten mitkriegen, laugt es uns emotional aus, wir fühlen uns hilflos. Suche dir lieber ein-zwei Informationsquellen aus, denen du vertrauen kannst, die zuverlässig sind und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Plane täglich eine, höchstens zwei Zeiten ein, in denen du dich über diese Quellen informierst.

2. Nimm dir Zeit, um die alte Normalität zu bedauern

Das “normale Leben” von vor wenigen Monaten gibt es nicht mehr. Die Corona-Krise hat die Welt auf den Kopf gestellt und wir können auch nicht mehr zu einem Punkt zurückkehren, an dem es die Krise nie gegeben hat.

Das ist ein Verlust: Der Verlust einer Normalität, eines Weltbildes, einer Lebenszeit. Nimm dir Zeit, um damit umzugehen. Denn solche Umwälzungen sind anstrengend, wir brauchen Zeit und Energie, um sie zu verarbeiten.

Aber mache dabei nicht den Fehler, die alte Normalität zu idealisieren. Die Welt verändert sich immer, auch in guten Zeiten. Darum sind wir oft nostalgisch für eine Vergangenheit, z. B. die Achtziger, mit der wir Positives verbinden. Die Probleme von damals blenden wir meistens aus. Darum denke daran, dass die Welt vor Corona auch nicht perfekt war.

3. Werde dir bewusst, wie belastet du und deine Nächsten seid

In Gemeinschaften – Paarbeziehungen, WGs, Teams auf der Arbeit, Freundschaften – tragen idealerweise alle Beteiligten gleich viel zum Gemeinwohl bei. Ein Paar ist jeweils zu 50% füreinander da. In der WG hat jede*r gleich viel zu putzen. Und so weiter. Aber das ist eben nur das Ideal. In der Realität ist es oft so, dass jemand müde oder schlecht drauf ist und seinen/ihren Teil nicht beitragen kann. Da ist es gut, wenn eine andere Person einspringen kann. Anstatt einer 50/50-Aufteilung gibt es dann halt mal kurz 80/20.

Aber was, wenn alle erschöpft sind und ihren Teil nicht beitragen können? Was, wenn man gemeinsam nur auf 40% kommt und nicht auf 100%?

In der aktuellen Krise geht es vielen so, dass 100% seltener machbar sind. Ich merke das auch in der Familie, mit meinem Mann, auf der Arbeit, in Freundschaften: Wir haben immer wieder mit einer Lücke zu kämpfen und erreichen unsere gewohnten 100% nicht.

4. Erstellt einen Lückenplan

Brené Brown teilt in ihrer neuesten Podcastfolge eine gute Strategie für dem Umgang mit der Lücke.

  • Zunächst einmal ist es hilfreich, zu erkennen, auf wie viel “Prozent” man selbst gerade steht.
  • Dann ist ein Austausch über die “Prozentsätze” in der WG, im Team oder der Beziehung hilfreich.
  • Wenn die Gemeinschaft nicht auf 100% kommen kann, gibt es eine Lücke.
  • Für diese Lücke sollte man einen Plan aufstellen: Was müssen wir tun, damit wir uns erholen und wieder füreinander da sein können?

Dieser Plan ist ganz individuell und sollte auf den Dingen basieren, die dir und deiner Gemeinschaft gut tun. Brené macht dafür folgende Vorschläge:

  • Schlafen
  • Für Bewegung sorgen, denn Sorgen und Ängste werden im Körper gespeichert
  • Gut essen (nicht aus Stress Berge von Süßigkeiten und Fettigem essen!)

Was könnte in deinen Lückenplan rein?

5. Vergleiche deine Probleme nicht mit denen von anderen

Aktuell sind wir alle belastet durch die Krise – und sei es nur, weil die Lieblingsmarke Nudeln ausverkauft ist. Aber wir wissen auch alle, dass es einigen Menschen – den Kranken, den Angehörigen von Verstorbenen, den Krankenschwestern usw. – viel schlechter geht, als uns selbst.

Die natürliche Reaktion ist es oft, sich selbst zu sagen: Ich darf mich nicht beschweren. Anderen geht es so viel schlechter als mir – ich muss dankbar sein, ich darf nicht traurig, wütend oder gestresst sein.

Denn wir denken, dass wir sonst schlechte Menschen sind. Dass wir Empathie haben müssen mit denen, die am meisten leiden. Aber da gibt es ein Problem:

Was glaubst du - ist Empathie eine endliche Ressource?

Quizfragen machen Spaß und sind lernförderlich! Darum entscheide zuerst, welche Antwort deiner Meinung nach richtig ist, und klick drauf für eine Auflösung…

Richtig! Je öfter wir Empathie empfinden, desto mehr wächst unser weiteres Empathievermögen.

Das heißt: Wir müssen unsere Empathie nicht “sparen”, um noch etwas übrig zu haben für die, die schlimm betroffen sind.

Vielmehr müssen wir auch Empathie mit uns selbst haben – denn wenn wir uns Vorwürfe machen, weil es uns nicht gut geht, fangen wir an, uns zu schämen. Und wie Brené Brown sagt: Scham tötet Empathie. Wenn du dich schämst, weil du wegen Corona gestresst bist, obwohl es vielen noch schlimmer geht als dir, hast du eher weniger Mitgefühl übrig für andere Menschen.

Darum beschwere dich ruhig und gönne dir deinen Stress. Du kannst dich trotzdem um Dankbarkeit bemühen und die Perspektive dafür behalten, dass es noch viel schlimmer ginge. Aber mach dir, so gut es geht, keine Vorwürfe, wenn es dir nicht gut geht.

Fazit: Sorge für dich, damit du die nächsten Wochen durchhältst.

Wir brauchen jetzt viel Selbstfürsorge, einen Austausch darüber, wie es uns geht, und einen Lückenplan. Was wir nicht brauchen, sind Selbstvorwürfe und ein schlechtes Gewissen, weil es uns nicht gut geht. Sorge für dich, damit du auch für andere da sein kannst!

Hast du schon einen Lückenplan für dich und deine Nächsten? Und wie schaffst du es bisher, deinem Stress Raum zu geben? Schreibe mir gerne auf Instagram! Ich freu mich immer darüber, von dir zu hören. 🙂

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Zur Autorin

Hi, ich bin Nina. Ich bin in den USA und Kanada aufgewachsen und habe erst mit 11 Jahren deutsch gelernt; dass ich das geschafft habe, zeigte mir, dass man alles lernen kann – wenn man weiß, wie man lernt. Deshalb habe ich Bildungswissenschaft studiert und berate heute Studierende darüber, wie sie erfolgreich & glücklich durch das Studium kommen.

Quellen

Brown, Brené (2020). Brené on Comparative Suffering, the 50/50 Myth, and Settling the Ball. [Podcast.]

 

Brené on Comparative Suffering, the 50/50 Myth, and Settling the Ball

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Warum du genau jetzt meditieren solltest

März 2020. Veranstaltungen aller Art  – Tagungen, Festivals, Konzerte, Fußballspiele – werden abgesagt. Die Regale im Supermarkt stehen teils leer. Unis, Bibliotheken und Schulen werden geschlossen, die Anfangstermine des nächsten Semesters werden verschoben. Klar, so manch eine*r wird Grund zur Freude haben, vielleicht weil eine stressige Präsentation nun abgesagt wird oder weil es jetzt fünf Wochen mehr Zeit für die Hausarbeit gibt.

Aber grundsätzlich sind wir, denke ich, alle ein bisschen besorgt, verunsichert, und gestresst.

Du stehst jetzt täglich vor einer Wahl

Da ist die Versuchung groß, sich in Netflix, Youtube und Instagram zu verbuddeln und in eine fremde Welt einzutauchen… die Realität, die plötzlich so unsicher erscheint, zu verlassen.

Aber genau das solltest du jetzt nicht tun. Zumindest nicht sofort. Denn eine solche Flucht in eine Serie oder in die sozialen Medien setzt in der Regel höchstens einen Deckel auf deine aktuelle Stimmung. Kurzfristig fühlst du dich besser, aber im Topf brodelt es weiter, und sobald du wieder “auftauchst” und dir anschaust, was um dich herum passiert, wird es dir vermutlich noch stressiger vorkommen. Echte Entspannung bekommst du so nicht.

Die sinnvollere Alternative

Darum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu meditieren. Wenn du nie meditierst, dann probierst du es halt aus! Und versteh mich nicht falsch: Ich will nicht sagen, dass du jetzt immer meditieren musst, anstatt dich mit Medien abzulenken. Das wäre ja extrem! Aber du solltest zuerst ein bisschen meditieren, um dich zu erden und wirklich runterzukommen. Denn wenn du meditierst, schaust du dir an, was gerade für dich real ist. Und im Hier und Jetzt geht es dir ganz gut – du atmest, dein Herz schlägt, du lebst. Vermutlich gibt es ein paar schöne Dinge in deiner Umgebung wie eine Blume, den blauen Himmel oder Regentropfen auf dem Fenster, vielleicht ein Haustier… Und die Sorgen, die gerade auftauchen, sind erstmal nur Sorgen, die du einfach beobachten und weiterziehen lassen kannst.

Wenige Minuten können viel bewirken

Und das muss auch gar nicht lang sein – wie wäre es mit 3 Minuten? Auch so eine kurze Meditation kann dich entspannen! Und Meditation heißt gar nicht, dass du da sitzt und probierst, nicht zu denken – das geht sowieso nicht. Unser Gehirn denkt automatisch und laufend. Meditation heißt, dass du dir deiner Gedanken bewusster wirst und davon etwas Abstand nimmst. So “ertrinkst” du nicht in deinen Gedanken, körperlichen Wahrnehmungen und Emotionen, sondern kannst sie ganz ruhig anschauen… und danach vermutlich viel sinnvollere Entscheidungen bezüglich deiner Probleme und deines Tagesplans treffen. Eine Studie ergab z. B., dass 20 Minuten Meditation schon nach vier Tagen zahlreiche Effekte hatten (Zeidan et al., 2010).

Was glaubst du, welche Effekte das viertägige Meditieren hatte?

Quizfragen machen Spaß und sind lernförderlich! Darum entscheide zuerst, welche Antwort(en) deiner Meinung nach richtig sind, und klick drauf für eine Auflösung…

Richtig! Die Studienteilnehmer*innen fühlten sich weniger erschöpft durch das Meditieren.

Richtig! Die Teilnehmenden meldeten weniger Sorgen und Ängste.

Nein, körperliche Effekte wurden in dieser Studie nicht untersucht… aber früher oder später wären vermutlich positive Effekte aufgetreten, das legen zumindest andere Studien nahe.

Richtig! Meditation verbesserte die Stimmung der Teilnehmenden. Allerdings wurde die Stimmung der Kontrollgruppe, die ein Hörbuch hörte, auch verbessert.

Richtig! “Our brief MM [meditation] training protocol promoted significant effects on several cognitive tasks that require sustained attention and executive processing efficiency“, sprich, die Teilnehmenden konnten ihre Aufmerksamkeit besser steuern und Informationen besser verarbeiten.

Meditieren kannst du im Liegen, im Laufen, beim Yoga – es gibt zahlreiche Wege, um zu meditieren! Probiere einfach eine Meditation aus.

Eine Meditationsapp wird dich darin unterstützen

Es gibt dafür auch zahlreiche Apps:

  • Auf Steam kannst du für etwa 9 Euro Playne kaufen, wo dir ein süßer Fuchs zeigt, wie du meditieren kannst.
  • Headspace ist eine der bekanntesten Meditationsapps, die sehr viele Angebote auf deutsch und englisch hat – mit lustigen Animationen und einem breiten Angebot an “Soundscapes” mit Meeres- oder Regengeräuschen sowie “Schlafradio”. Dafür kostet Headspace etwa 60 Euro im Jahr, du kannst es aber 14 Tage lang testen. Aktuell bietet Headspace auch viele Meditationen kostenlos an, um die gestresste Bevölkerung in der Corona-Krise zu unterstützen.
  • Die Meditationslehrerin Kirsten Tofahrn hat sehr schöne Meditationen auf deutsch aufgenommen, die du auf ihrer Website kostenlos als mp3 herunterladen kannst. Von einem Bodyscan über Selbstmitgefühlsmeditationen bis hin zu einer Gehmeditation ist vieles dabei.

Fazit: Genau hier, genau jetzt kannst und solltest du kurz meditieren.

Das wird dich beruhigen und dir die Kraft geben, Herausforderungen und Stress gelassen zu bewältigen. Schon eine kurze Meditation kann viel bewirken!

Hast du schonmal meditiert? Wie findest du es? Möchtest du es jetzt nochmal probieren? Schreibe mir gerne auf Instagram! Ich freu mich immer darüber, von dir zu hören. 🙂

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Zur Autorin

Hi, ich bin Nina. Ich bin in den USA und Kanada aufgewachsen und habe erst mit 11 Jahren deutsch gelernt; dass ich das geschafft habe, zeigte mir, dass man alles lernen kann – wenn man weiß, wie man lernt. Deshalb habe ich Bildungswissenschaft studiert und berate heute Studierende darüber, wie sie erfolgreich & glücklich durch das Studium kommen.

Quellen

Zeidan, F., Johnson, S. K., Diamond, B. J., David, Z., & Goolkasian, P. (2010). Mindfulness meditation improves cognition: Evidence of brief mental training. Consciousness and Cognition, 19(2), 597–605. doi:10.1016/j.concog.2010.03.014 

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Klausur abgesagt – aber du hast schon gelernt? So rettest du die Situation

Deine Klausur wurde plötzlich wegen Corona abgesagt?

Falls du noch nicht gelernt hast, freust du dich vielleicht.

Aber was ist, wenn du schon tagelang gelernt hast? Soll das jetzt alles umsonst sein?

In diesem Video zeige ich dir, wie du das Beste aus der Situation machen kannst und dafür sorgen kannst, dass du nicht umsonst gelernt hast.

Hast du Feedback zum Video? Schreibe mir gerne auf Instagram!

Ist Perfektionismus dein Freund oder Feind?

Du glaubst, dass Perfektionismus dich stark macht? Denkst, dass du ohne deinen Perfektionismus schlechte Leistungen liefern würdest? Die Forschung zeigt, dass du trotzdem lieber vorsichtig sein solltest bei einem perfektionistischen Mindset. Warum genau und worauf du achten solltest, kannst du hier erfahren.

 

Perfektionismus: Ist das nicht eine Stärke?

Draußen scheint die Sonne, ich sitze mit zwanzig anderen Studierenden in einem Seminarraum. Wir überlegen uns, welche Schwächen wir in einem Bewerbungsgespräch nennen könnten. Denn wir befinden uns in einem Uni-Kurs zu Bewerbungskompetenz.

“Ich esse viel zu gerne Süßes”, schlägt eine Teilnehmerin mit einem Grinsen vor.

“Nein, das müssen schon echte Schwächen sein, die relevant für das Arbeitsleben sind”, erwidert die Dozentin. Sie stellt als Personalerin jährlich Dutzende Menschen für ein bekanntes Unternehmen ein – sie kennt sich also wirklich gut aus.

“Ich bin perfektionistisch, wie wäre es damit?” fragt meine Nebensitzerin.

“Nein – geht gar nicht!” erwidert die Dozentin streng. “Wenn Sie perfektionistisch sind, bleiben Sie viel zu lange an unwichtigen Details hängen und verschwenden Arbeitszeit. Oder Sie fangen gar nicht erst an, weil Sie sich nicht trauen. Das will kein Arbeitgeber hören.

In dem Moment war ich etwas schockiert. Das war das erste Mal, dass mir bewusst wurde, dass Perfektionismus in der Arbeitswelt nicht als etwas Positives gesehen wird. Inzwischen weiß ich auch genau, warum.

 

Was die Forschung sagt

Die Forschung unterscheidet zwischen zwei Arten von Perfektionismus:

  • selbstorientierter Perfektionismus: Du hast hohe Standards für dich selbst gesetzt und möchtest diese auch einhalten.
  • sozial vorgeschriebener Perfektionismus: Du willst etwas liefern, das nicht von anderen kritisiert werden kann und alle gesellschaftlichen Standards erfüllt.

Kannst du schon raten, welche Art von Perfektionismus förderlich ist und welche dir eher schadet?

Richtig, der sozial vorgeschriebene Perfektionismus ist höchst problematisch. Denn Qualitätsstandards sind oft sehr subjektiv, was heißt, dass wir niemals alle zufriedenstellen können. Du kannst nicht genau wissen, was deine Dozentin in der Hausarbeit gut finden wird. Und du hast keine Kontrolle über ihre Reaktion auf deine Arbeit – vielleicht hat sie einen richtig miesen Tag und bewertet dich nur deshalb schlechter.

 

Sozialer Perfektionismus ist ein Rezept für Prokrastination

Genau deshalb zeigen Studien, dass sozial vorgeschriebener Perfektionismus viele negative Folgen haben kann, z. B. Versagensangst und Prokrastination, Burnout, Depression und Angststörungen.

Wer den Anspruch hat, Perfektes zu leisten, fühlt sich schnell überfordert. Man hat Angst, zu versagen. Kritik und Fehler möchte man tunlichst vermeiden. Vor lauter Druck fängt man gar nicht erst an – deshalb korreliert Perfektionismus so stark mit Prokrastination.

Oder wir trauen uns, mit der Aufgabe anzufangen, können dann aber nicht aufhören. Anstatt die Aufgabe irgendwann abzulegen, feilen wir z. B. bei der Hausarbeit stundenlang noch an einer Formulierung herum. Währenddessen zerbröckelt unser ganzes Zeitmanagement, die eigentlich wichtigen Aufgaben bleiben liegen.

Und falls wir die Aufgabe irgendwann endlich fertiggestellt haben, machen wir uns im Nachhinein Sorge, dass unsere Leistung nicht gut genug war. Anstatt stolz auf uns zu sein, sehen wir nur das Negative, das, was wir hätten besser machen können.

 

Die Alternative: Der selbstorientierte Perfektionismus

Na, sei mal ehrlich – tendierst du auch manchmal zum sozial vorgeschriebenen Perfektionismus? Ich gebe zu, dass ich auch dazu neige. Und ich weiß, wie viel mich das unter dem Strich kostet.

Was also können wir armen Perfektionisten tun? Die Lösung könnte lauten: selbstorientierten Perfektionismus praktizieren. Wir lenken unseren Fokus auf uns selbst, nicht auf die anderen. Wir setzen uns Ziele, die wir selbst unter Kontrolle haben. Das könnte z. B. so aussehen:

  • Dein sozial vorgeschriebenes Ziel: “Ich möchte eine 1,0 in der Hausarbeit und gutes Feedback von der Dozentin. Wenn ich das schaffe, bin ich zufrieden.”
  • Dein selbstorientiertes Ziel: “Ich möchte ausführlich in der Fachdatenbank recherchieren, in der Rechtschreibung ein bisschen besser werden, indem ich sorgfältig korrekturlese, und zwanzig Stunden lang konzentriert an der Hausarbeit arbeiten. Wenn ich das schaffe, bin ich zufrieden.”

Wenn wir wissen, dass wir unser Bestes gegeben haben, um die Ziele zu erreichen, gönnen wir uns am besten ein bisschen Lob und Stolz. Sollte einmal etwas schiefgehen und wir bekommen Kritik von außen, lernen wir einfach daraus und nehmen es nicht zu persönlich.

Die Forschung zeigt, dass ein solcher selbstorientierter Perfektionismus sogar gegen Prokrastination helfen kann. Also los – lenke deinen Fokus auf deine Ziele und deine Standards und fang an, für dich zu lernen!

 

Was wir konkret tun können, um entspannter und effizienter zu arbeiten

Wie genau können wir den Fokus unseres Perfektionismus im Alltag steuern? Hier sind einige Vorschläge:

  • Sprich mit Freund*innen darüber und erinnert euch gegenseitig daran, die eigenen Ziel zu verfolgen
  • Führe ein Tagebuch, in dem du deine Erwartungen an dich selbst notierst und dich daran erinnerst, selbstorientierte Ziele zu verfolgen
  • Hänge dir irgendwo eine Postkarte, ein Comic oder ein Bild auf, das dich daran erinnert, deinen eigenen Standards zu genügen (nicht denen der anderen)

Mit der Zeit kannst du deinen Perfektionismus von einem Feind in einen Freund unwandeln. So wirst du weniger prokrastinieren und mehr Freude am Lernen spüren. Das klappt vielleicht nicht von heute auf morgen – aber bleibe dran und früher oder später wird es dir gelingen.

Hast du Feedback zum Artikel? Wie sind deine Erfahrungen mit dem Perfektionismus? Schreibe mir gerne auf Instagram!

Wann du dein Studium abbrechen solltest

Bist du dir nicht sicher, ob dein Studium das richtige für dich ist? Du fragst dich, ob du dein Studium abbrechen solltest – weißt aber nicht, ob das eine gute Entscheidung wäre? Ich habe im ersten Semester mein Studium gewechselt. Heute erzähle ich dir meine Geschichte und was du daraus für deine eigene Entscheidung lernen kannst.

 

Die leisen Zweifel

2011 begann ich an der Uni Freiburg ein Studium auf Lehramt mit den Fächern Latein und Physik. Latein studierten quasi alle auf Lehramt – denn die beruflichen Perspektiven sind bei Latein anderweitig ziemlich mau. Von den meisten anderen Lehrämtlern hörte ich in den Einführungsveranstaltungen des Studiums so etwas wie: “Ich mag halt Geschichte, und was will man sonst mit Geschichte arbeiten außer Lehrer? Und Latein studiere ich, damit ich einen Job kriege – Latein wird immer gebraucht.” Solche Aussagen fand ich schlimm – wer LehrerIn werden wollte, sollte es meiner Meinung nach aus einem ehrlichen Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen machen.

Dabei fiel mir auf… dass ich selbst gar nicht unbedingt mit Jugendlichen arbeiten wollte. Das waren die ersten leisen Zweifel, die mich ein paar Wochen lang begleiteten.

 

Die nicht-so-leisen Zweifel

Physik studierten, im Gegensatz zu Latein, fast alle im Bachelor; es gab nur einen Studenten, der es mit mir auf Lehramt begonnen hatte. Am Donnerstag der ersten Semesterwoche, nach gerade vier Tagen Studium, erzählte er mir, dass er abbrechen wollte. Es sei doch nicht das Richtige für ihn.

Da wurde mir bewusst: Ich fühle mich hier auch nicht richtig. Auch ich will abbrechen. Plötzlich hatte ich ein ganz eindeutiges Bauchgefühl, dass ich wechseln musste. Ich ging noch am selben Tag in die Studienberatung und fragte, wie das mit dem Abbruch bzw. Wechsel funktionieren konnte. Die Dame riet mir, mich erstmal in das Bachelorfach Klassische Philologie umtragen zu lassen, da das nicht zulassungsbeschränkt sei und mir das Zeit geben würde, mich neu zu orientieren. Also habe ich das gemacht. Nach fünf Tagen Semester hatte ich schon ein neues Studienfach, das ich allerdings auch nicht wirklich studieren wollte.

 

Die Übergangsphase: Unsicherheit und Unwohlsein

Als meine Eltern vom Wechsel hörten, waren sie gar nicht begeistert. Dass ich keinen Plan hatte, was ich stattdessen studieren wollte, fanden sie sehr beunruhigend. Ich blieb noch in Freiburg und besuchte teilweise weiterhin meine Latein-Veranstaltungen. Währenddessen setzte ich mich einfach immer wieder in andere Veranstaltungen rein – in der Biologie, Psychologie, Soziologie… Ganz begeistert war ich von keinem Fach. Psychologie interessierte mich trotzdem am meisten, aber mein Abidurchschnitt von 1,5 war nicht gut genug, um reinzukommen – der NC lag schon bei 1,0. Also ging ich in die Studienberatung der Psychologie, um mich umzuhören, ob es andere Möglichkeiten gäbe, da reinzukommen.

Natürlich gab es die nicht – aber die Studienberaterin, die unheimlich verständnisvoll war, blätterte durch einen Ordner mit allen Studienfächern der Uni und fragte mich: “Wenn Sie aus dem Lehramt kommen und sich für Psychologie interessieren, wie wäre es dann mit Bildungswissenschaft?” Die Idee fand ich ganz interessant. Ich ließ sie auf mich wirken – zu der Zeit war schon vorlesungsfreie Zeit vor dem Sommersemester – informierte mich online über den Studiengang, und nach ein paar Wochen wusste ich: Bildungswissenschaft möchte ich mal ausprobieren. Nach einigen Monaten der Unsicherheit, Scham und Orientierungslosigkeit hatte ich endlich wieder eine Idee, ein Ziel, auf das ich hinarbeiten wollte.

 

Der Neustart: Auch ungewöhnliche Wege führen zum Ziel

Im Sommersemester kontaktierte ich drei Dozierende in der Bildungswissenschaft und fragte, ob ich an deren Veranstaltungen teilnehmen dürfte, obwohl ich nicht in das Studienfach eingetragen war. Alle waren damit einverstanden, also studierte ich im Sommersemester einfach das zweite Semester Bildungswissenschaft mit. Ich fand die Veranstaltungen ziemlich interessant und wusste schnell, dass das Studium für mich richtig wäre. Im Sommer bewarb ich mich, bekam auch den Platz und konnte mir später sogar zwei der “inoffiziell” besuchten Veranstaltungen anrechnen lassen. Es lohnt sich immer, mit Dozierenden zu reden und sie um Unterstützung zu bitten. Im schlimmsten Fall sagen sie nein.

Ende gut, alles gut: Ich habe den Bachelor und Master in Bildungswissenschaft erfolgreich abgeschlossen und war bis zum Schluss ziemlich zufrieden mit dem Studium, obowhl jedes Studium natürlich so seine Nachteile hat. Der freundlichen Studienberaterin aus der Psychologie, die mir die Idee gegeben hat, schenkte ich ein paar Jahre später noch eine Orchidee als Dankeschön.

 

Wann solltest du also dein Studium abbrechen? Eine Checkliste

Aus eigener Erfahrung würde ich dir raten, Zweifel an deinem Studienfach ernst zu nehmen. Eine schnelle Entscheidung solltest du dennoch nicht treffen. Ich würde dir empfehlen, das Studium abzubrechen, wenn du…

  1. … ein eindeutiges Bauchgefühl dazu hast, dass du wechseln/abbrechen willst.
  2. … dir schon seit ein paar Wochen Gedanken dazu gemacht hast.
  3. … in die Entscheidung nicht nur das Studium miteinbezogen hast, sondern auch die möglichen Berufsbilder, die auf das Studium folgen würden.
  4. … mit mindestens einer Person (FreundIn, Familienmitglied, KommilitonIn, StudienberaterIn) darüber gesprochen hast. Mache es nicht still und heimlich.
  5. … dich über Alternativen zumindest informiert hast, auch wenn du keinen Alternativplan hast.

Am besten wäre es, du redest mit möglichst vielen anderen darüber, informierst dich gründlich und recherchierst einige Alternativen. Die obige Checkliste stellt also eher das Minimum dar.

 

Du bist nicht allein – und du schaffst das

Falls du dein Studienfach wechseln oder das Studium abbrechen willst, bist du auf jeden Fall nicht allein. Etwa 20-30% aller Studierenden wechseln oder brechen ab. Wir schämen uns meistens dafür, dass wir unseren Lebensplan ändern müssen – darum ist es wichtig, darüber offen zu sprechen und das Thema zu enttabuisieren. Ein kluger Abbruch oder Wechsel kann genau das Richtige für dich sein. Nimm dir vorher aber die Zeit, um gut zu reflektieren, dich zu informieren und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Egal, ob du abbrichst oder nicht: Solange du auf dein Bauchgefühl hörst, wirst du es schaffen, durch diese herausfordernde Phase zu kommen.

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4 Mythen über die Kreativität, an die du wahrscheinlich noch glaubst

Kreativität – das ist etwas ganz Magisches und Unfassbares, das uns im kritischen Moment fehlen kann. Und dagegen kann man nichts tun. Oder?

Stimmt nicht ganz. Heute schauen wir uns 4 Mythen über die Kreativität an – denn es gibt Wege, um nachhaltig kreativer zu werden.

Mythos #1: Kreativität hat nur etwas mit Kunst zu tun

Kreatives Arbeiten bedeutet nicht nur, dass man tanzt, Musik macht, malt oder schreibt. Kreativität ist eine grundsätzliche kognitive Fähigkeit. Wer kreativ ist, ist in der Lage,

  • Verbindungen zwischen scheinbar unverbundenen Dingen zu erkennen – das nennt man konvergente Kreativität. (ForscherInnen messen die konvergente Kreativität oft mit Aufgaben wie: “Nenne möglichst viele Dinge, die ein Apfel und eine Shampooflasche gemeinsam haben”.)
  • neue Verwendungen bzw. einen neuen Sinn in bekannten Dingen zu entdecken – das nennt man divergente Kreativität. (ForscherInnen messen die divergente Kreativität oft mit Aufgaben wie: “Nenne möglichst viele Verwendungen für einen Radiergummi”.)

Das heißt, du kannst Kreativität nutzen, um einen Streit zu schlichten, um die kaputte Waschmaschine zu reparieren, um dein Zeitmanagement im Alltag besser zu gestalten, um deinen nächsten Urlaub zu planen, um eine Website zu designen, …. die Liste könnte man (ganz kreativ) lange weiterführen. Willst du in deinem Leben Probleme innovativ und effektiv lösen können, brauchst du Kreativität.

Mythos #2: Kreativität kommt von außen

Ist Kreativität der “Kuss einer Muse”? Ein Geistesblitz? Das klingt so, als wäre man darauf angewiesen, auf kreative Einfälle zu warten. Ungünstig, denn so hat man keine Kontrolle über die eigene Kreativität.

Zum Glück stimmt es so nicht ganz. Was wir unter Kreativität verstehen, sind auch bloß kognitive Prozesse im Gehirn – denn unser Gehirn ist wie ein riesiges, sehr komplexes Netzwerk, das pausenlos aktiv ist und sich verändert, solang wir leben. Für kreatives Denken scheint eine Kombination aus zwei kognitiven Tätigkeiten nötig zu sein:

  • konzentrierte, bewusste Auseinandersetzung mit einem Thema oder Problem
  • Entspannung und Ablenkung – Zeit, in der das Gehirn über etwas anderes nachdenkt. In dieser Phase wird oft unterbewusst am Problem weitergearbeitet, es folgen kreative Einfälle.

Kreativität ist also durchaus etwas, was im Gehirn stattfindet – und das heißt, dass wir ein gewisses Maß an Kontrolle über unsere Kreativität haben.

Mythos #3: Kreativität kann man nicht trainieren

Unser sog. default mode network ist das Aktivitätsmuster, das das Gehirn einnimmt, wenn es chillt – sprich, keine konkrete Aufgabe hat. Dieses Aktivitätsmuster unterscheidet sich von Person zu Person und kann sich sogar mit der Zeit verändern. Die Forschung zeigt, dass Personen, die oft kreativ sind, mehr Verbindungen in diesem Netzwerk haben. Und wer mehr Verbindungen im default mode network hat, ist kreativer. Es ist also ein Engelskreis: Kreativität gewöhnt das Gehirn daran, kreativ zu denken, man wird langfristig noch kreativer. Die Fähigkeit, kreativ zu sein, kann man sich im Laufe des Lebens erarbeiten.

Und wie geht das konkret?

Vorher haben wir zwei Aspekte der Kreativität kennengelernt: die bewusste, konzentrierte Auseinandersetzung und die ziellose Entspannung. Beide dieser Aspekte kannst du gezielt fördern, um kreativer zu werden:

  • Setze dich kurz, aber intensiv mit einem Thema auseinander. Mach dir klar, was das Ziel oder Problem ist. Sammle viele Ideen. Hol dir Inspiration von anderen, indem du darüber redest, liest, Bilder anschaust etc. Sei in dieser Phase nicht kritisch und suche nicht nach Perfektion. Es geht darum, möglichst viel Zündstoff für dein Gehirn zu sammeln. Jede Idee ist gut genug.
  • Bringe dein Gehirn gezielt in die Entspannung. Geh spazieren, mache ein Nickerchen, mache Sport, lies ein Buch. Beschäftige dich mit etwas anderem, was dir gut tut und dein Gehirn nicht allzu sehr belastet. Denn die übrige Energie wird es in die unbewusste Verarbeitung des Problems stecken.

Wenn du das tust, schaffst du eine gute Basis für kreative Einfälle. Und wenn du das regelmäßig tust, schafsst du sogar die Basis für ein kreatives Leben. Das bringt uns zum letzten Mythos…

Mythos #4: Routine tötet die Kreativität

Wir haben oft das Bild des gequälten Künstlers, der ein verrücktes Leben führt, tagelang nur schläft und dann aber die Nacht in einem Inspirationswahn durcharbeitet (gerne befeuert durch Drogen oder Alkohol).

Die kreativsten Menschen der Welt führen aber tendenziell ein sehr routiniertes Leben. Stephen King, zum Beispiel, der Dutzende Bestseller geschrieben hat, glaubt fest daran, dass man jeden Tag zur selben Zeit arbeiten muss, um langfristig kreativ zu sein. Das gibt dem Gehirn die Botschaft: Du sollst jetzt kreativ sein. Was auch auffällt: Die zahlreichen erfolgreichen AutorInnen, die Wert darauf legen, jeden Tag zu schreiben, schreiben keine acht Stunden lang. Meistens sind es eher 4-6 Stunden. Dafür planen sie in ihre Routine auch  Entspannung ein, z. B. lange Spaziergänge – Charles Darwin spazierte jeden Tag stundenlang.

Das macht Sinn vor dem Hintergrund dessen, was wir über das Gehirn wissen: Es verändert sich Tag für Tag je nachdem, wie wir leben. In zahlreichen kleinen Schritten können wir also Großes erreichen und das Gehirn richtig umprogrammieren, damit es kreativer wird.

Was kannst du also in deinem Alltag tun, um kreativer zu werden?

Überlege dir zunächst, worum es dir genau geht, was du langfristig erreichen willst. Willst du besser schreiben können? Als IngenieurIn schneller Probleme lösen können? Innovativer denken? Dann suche dir eine tägliche Zeit aus, in der du dich konzentriert mit dem Thema beschäftigst, sprich, schreibst, Probleme anschaust oder Aufgaben bearbeitest.

Überlege dir dann, wie du dich gerne erholst. Was entspannt dich? Gehst du gerne spazieren, machst Sport oder einen Mittagsschlaf? Das sind alles bewährte Methoden, um im Alltag durch Entspannung die Produktivität zu steigern. Suche dir auch hier Dinge aus, die du regelmäßig in deinen Alltag einbauen willst.

Experimentiere dann mit deiner neuen Routine herum, beobachte, was gut funktioniert und passe sie fortlaufend an – ganz nach dem Motto: Planen, regulieren, reflektieren.

Haben dich die Mythen überrascht? Was möchtest du tun, um kreativer zu werden? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, auch in der Facebook-Gruppe!

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Das beste Buch über Kreativität, das ich kenne, ist ein Buch über die Erholung. Das macht tatsächlich Sinn, denn Erholung und Arbeit gehen Hand in Hand – und Arbeit erfordert Kreativität. In “Pause” lernst du, wie du deine Produktivität und Kreativität durch gezielte Erholung steigern kannst, verpackt in Anekdoten über berühmte CEOs, KünstlerInnen und ForscherInnen – aber auch die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung.

Steuere dein Lernen mit der 4×3-Herangehensweise

Vielleicht hast du dich schon ein bisschen damit auseinandergesetzt, wie du besser lernen und dich motivieren kannst. Falls du im Internet nach Lerntipps gesucht hast, hast du wahrscheinlich so viele verschiedene Ansätze gefunden, dass du gar nicht wusstest, wo du anfangen sollst. Deshalb habe ich hier ein 4×3-Schema, das dir helfen wird, einen Überblick über das komplexe Thema “Lernen” zu bekommen. Denn beim Lernen befinden wir uns immer in einer komplexen, einzigartigen Situation, die sich aus unterschiedlichen Faktoren ergibt:

  • unserer Motivation
  • unseren Gefühlen
  • unseren sozialen Beziehungen
  • dem Schlaf, den wir in der Nacht zuvor hatten
  • dem, was wir gegessen haben
  • der Komplexität der Lernaufgabe
  • der Strategie, mit der wir lernen
  • den Wünschen der Dozierenden
  • und vielem mehr…

 

Aber eigentlich lassen sich alle diese zahlreichen Faktoren in nur 4 Gruppen einordnen. Das hilft dir, die Übersicht zu behalten:

  1. Lernstrategien
  2. Motivation
  3. Zeitmanagement und Pausen
  4. Lifestyle

 

Du musst dir also nur vier Bereiche merken, die du beim Lernen beobachten und steuern musst, um effizient voranzukommen. Zu jedem dieser Bereiche gehören viele verschiedene Aspekte.

Lernstrategien: Wie du lernst

  • Liest du? Nutzt du Karteikarten? Falls ja, in welchen Abständen wiederholst du sie?
  • Passt die Lernstrategie zum Inhalt?
  • Mit welchem Material lernst du?
  • Wie viel lernst du?
  • Lernst du auf Papier oder am Bildschirm?

All das und mehr bestimmt den Erfolg deiner Lernstrategien.

Motivation: Die Mindsets, die du beim Lernen einnimmst

  • Was ist dein Ziel?
  • Glaubst du, dass du dein Ziel erreichen kannst?
  • Bist du freundlich zu dir oder eher selbstkritisch?
  • Siehst du Schwierigkeiten und Fehler als Chance oder als Bedrohung?
  • Wie disziplinierst du dich?

Diese Faktoren bestimmen, wie motiviert du dich fühlst und wie viel du prokrastinierst.

Zeitmanagement: Wie du deine Aufgaben priorisierst

  • Wie lange lernst du?
  • Wie oft machst du Pausen?
  • Wann machst du Feierabend?
  • Wie planst du alle deine To-Dos und Verpflichtungen?
  • Wie gestaltest du deine Planung / deinen Kalender?
  • Was machst du, wenn du deinen Zeitplan nicht einhalten kannst?

Man muss realistisch planen, flexibel auf Änderungen reagieren können und für ausreichende Pausen sorgen.

Lifestyle: Alles drum herum

  • Lässt du dich von deinem Handy ablenken?
  • Ist dein Schreibtisch aufgeräumt?
  • Wie ernährst du dich?
  • Wie viel trinkst du?
  • Kriegst du ausreichend Schlaf, Bewegung, frische Luft?
  • Sind deine Freunde und deine Familie eine Stütze für dich, oder hast du gerade Stress im Privatleben?

Lernen findet nicht in einem Vakuum statt, sondern ist immer von all diesen Faktoren beeinflusst.

Diese vier Bereiche sind die Stellschrauben, an denen du beim Lernen drehen kannst. Dabei lässt sich der Lernprozess in drei Phasen einteilen.

Die drei Phasen des Lernens

Die drei Phasen eines jeden Lernprozesses lauten:

  1. Planen
  2. Regulieren
  3. Reflektieren

 

Zunächst musst du planen und in allen vier Bereichen Entscheidungen treffen, zum Beispiel:

  • Wie will ich lernen?
  • Wann lerne ich heute?
  • Wann esse ich was?
  • Was ist mein Ziel?

 

Aber selbst die besten Pläne lassen sich nicht immer verwirklichen. Deshalb solltest du auch während des Lernens kurz innehalten, wahrnehmen, wie es gerade läuft, und ggf. etwas anpassen, z. B.:

  • Ich brauche jetzt eine Pause.
  • Ich brauche ein anderes Lehrbuch.
  • Ich möchte mein Ziel umformulieren.
  • Ich muss kurz an die frische Luft.

 

Nachdem du mit dem Lernen fertig bist und das Ergebnis hast – die Note oder sonst irgendeine Rückmeldung – solltest du dir auch Zeit zum Reflektieren nehmen, indem du z. B. folgende Fragen beantwortest:

 

  • Habe ich mein Ziel erreicht?
  • Waren meine Lernstrategien angemessen?
  • Wie habe ich mich beim Lernen gefühlt?
  • Was will ich nächstes Mal anders machen?

 

Die Reflexion ist das richtige Level-Up für dein Lernen, denn sie ermöglicht es dir, Schlüsse aus deinen Erfahrungen zu ziehen und es nächstes Mal noch besser zu machen. So wird es dir jedes Mal leichter fallen, effizient und motiviert zu lernen.

Mit der 4x3-Herangehensweise kannst du dein Lernen erfolgreich steuern

Das ist sie also, die 4×3-Herangehensweise an das Lernen. Wenn du an den 4 Stellschrauben Lernstrategien, Motivation, Zeitmanagement und Lifestyle drehst in den drei Phasen der Planung, der Regulation, und der Reflexion, wirst du es schaffen, dein Lernverhalten Schritt für Schritt zu optimieren, bis du ein echter Lernprofi bist und selbst mit neuen Herausforderungen gut klarkommst.

Was hältst du von der 4×3-Herangehensweise? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, auch in der Facebook-Gruppe!

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